Lindenkranz Ansberg

In der Gemeine Ebensfeld bei Bamberg liegt der Ansberg, im Volksmund Veitsberg genannt. Auf seinem Gipfel in 460 Metern Höhe befindet sich ein 200 Jahre alter Rundhain aus 21 Linden. Er ist der älteste geschlossene Lindenkranz in Europa. In seinem Zentrum steht die katholische Wallfahrtskirche St. Veit aus dem Jahr 1719, die auf eine Kapelle des Burgstall Ansberg aus dem 11. Jahrhundert zurückgeht. Bis zum ersten Jahrhundert vor Christus wurde der Ansberg wie viele benachbarte Berge von Kelten besiedelt (mehr dazu siehe unten).

Auf dem benachbarten Staffelberg befand sich die Stadt Menosgada, eine mächtige und prächtige Siedlung der Kelten. Und so wundert es nicht, dass man auch auf dem Ansberg keltische Spuren gefunden hat. Etwa um 30 vor Christus verließen die Kelten aus unerklärlichen Gründen plötzlich ihre Siedlungen.

Viktor von Scheffel (1826-1886) beschrieb 1859 in seinem Frankenlied das Obere Maintal und vertauschte in der 4. Strophe die Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg mit der Veitskapelle auf dem Ansberg:

Zum heil’gen Veit von Staffelstein
komm ich empor gestiegen,
und seh’ die Lande um den Main
zu meinen Füßen liegen.
Von Bamberg bis zum Grabfeldgau
umrahmen Berg und Hügel
die breite stromdurchglänzte Au.
Ich wollt’, mir wüchsen Flügel,
valeri, valera, valeri, valera,
ich wollt’, mir wüchsen Flügel.

Viktor von Scheffel, Frankenlied (4. Strophe)