Windmühlen auf Mykonos

Heute gilt Mykonos mit seinen guten Flug- und Fährverbindungen als die Party- und Urlaubsinsel der Kykladen. Dennoch ist es der Inselverwaltung durch konsequente Baubestimmungen gelungen, das unverwechselbare Gesicht von Mykonos zu erhalten. Typisch dafür sind die weißen Häuser mit ihren Flachdächern, farbigen Holztüren und Fenstern sowie mit prachtvollen Stauden und Blumen geschmückte Balkone, die durch ein Netz von schmalen gepflasterten Gassen miteinander verbunden sind. Mykonos ist neben Santorin der Inbegriff einer Kykladeninsel, obwohl der Ortskern von Chora (Mykonos-Stadt) eine durchgängige Einkaufsstrasse geworden ist, mit zahlreichen Restaurants, Diskotheken und Läden, in denen man Bekleidung, Accessoires, Schmuck und Andenken einkaufen kann. Mit ihrem klaren, türkisfarbenen Wasser gehören die Strände an der Südostküste zu den schönsten der Kykladen.

Sehenswürdigkeiten

Seit dem 16. Jahrhundert hatten die Windmühlen zum wirtschaftlichen Wohlstand maßgeblich beigetragen. Durch die starken Meltemi-Winde im Hochsommer zählt Mykonos zu den windreichsten Inseln der Ägäis und wird deshalb auch Insel der Winde genannt. Im Schnitt gibt es pro Jahr nur zehn windstille Tage. Die alten Windmühlen Kato Mili, die sich auf dem Hügel Ano Mili malerisch über Chora erheben, sind das Wahrzeichen von Mykonos.

Auf Mykonos findet man zahlreiche Gotteshäuser. Besonders sehenswert ist die Kirche Panagia-Paraportiani, eine einzigartige Marienkirche, die seit dem 15. Jahrhundert aus ursprünglich fünf eigenständigen weißen Kapellen zusammengewachsen ist.

Von den Terrassen im sogenannten Klein-Venedig mit seinen charakteristischen bunten Holzbalkons, die über das Wasser hinausragen, kann man atemberaubende Sonnenuntergänge beobachten. Die ersten Häuser in der Reihe am Meer wurden Mitte des 18. Jahrhunderts im venezianischen Stil erbaut und gehörten ursprünglich reichen Kaufleuten oder Kapitänen.

Auf der zwei Kilometer entfernten Nachbarinsel Delos sollen nach der griechischen Mythologie die Zwillingsgötter Apollon und Artemis geboren sein. Die Insel Delos war in der Antike ein blühender Handelsplatz und durch das dortige Apollonheiligtum für die Griechen eine heilige Stätte. Sie wurde 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute ist die Insel ein bewachter archäologischer Park, ein riesiges Ruinenfeld und eine permanente Grabungsstätte. Man kann sie als Tourist mit einer Fähre nur von Mykonos erreichen.

Geschichte

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Mykonos zu einer Seefahrerinsel und baute eine bedeutende Handelsflotte auf. Mit ihren gut ausgerüsteten Schiffen beteiligte sich die Insel am griechischen Befreiungskampf. Es war eine 25jährige Frau, Manto Magdalena Mavrogenous (1796-1848), die mit ihrem Vermögen zwei Schiffe und rund 800 Kämpfer ausrüstete, sie als Kommandantin in den Seeschlachten anführte und heute als Heldin der Revolution verehrt wird.

Nach der Unabhängigkeit verlor die Insel durch die Dampfschifffahrt zunächst an Bedeutung. Durch hochwertige Textilien, die auf Mykonos produziert wurden, konnte sie später ihre Handelsmacht bis zum zweiten Weltkrieg wieder stärken.

In den 1950er Jahren wurde Mykonos vom Jet Set entdeckt. Prominente, Künstler, Reiche und Superreiche besuchten die Insel, unter ihnen Churchill, Maria Callas, Yehudi Menuhin, Elizabeth Taylor und Aristoteles Onassis. In den 1960er Jahren war es noch ein unberührtes Paradies und wurde so zu einem bevorzugten Unterschlupf für Künstler und Hippies. Zur gleichen Zeit entwickelte sich die archäologische Stätte von Delos zu einer großen Attraktion für Bildungsreisende. Seit den 1980er Jahren ist es beliebtes Tourismusziel für Homosexuelle. In den 2000er Jahren war Mykonos zu einer der teuersten Inseln Griechenlands geworden. Heute ist es eines der beliebtesten Reiseziele der Welt.