Schwämme aus Symi

Seit mindestens dreitausend Jahren soll auf den Inseln des Dodekanes nach Schwämmen getaucht worden sein. Die Helden Trojas erfreuten sich deren Weichheit und polsterten damit ihre Rüstungen von innen. Mit seinem Tauchgang im Jahr 1840 markierte Michael Karanikis von der Insel Symi den Beginn des neuzeitlichen Schwammfischens in der Ägäis. Die Schwämme, das weiche Gold der Ägäis, wurden von Symi in die ganze Welt exportiert. Ein rücksichtsloser Raubbau und Krankheiten, die durch den Erwärmung des Meeres verursacht sein könnten, reduzierten die Bestände und führten seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem Ende des kommerziellen Schwammtauchens. Auch gab es seit der Erfindung synthetischer Schwämme im Jahr 1952 preisgünstigere Alternativen. Nur noch jeder zehnte Einwohner blieb auf Symi, die meisten wanderten aus. Einige ließen sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Tarpon Springs (Florida, USA) zum Schwammtauchen nieder, wo sie bald ein ähnliches Schicksal erlitten. Heute hat die Insel nur noch etwa 2500 Einwohner, die im wesentlichen vom Tourismus leben.

Sehenswürdigkeiten

Viele Tagesbesucher kommen mit der Fähre von Rhodos. Eine besondere Attraktion ist das Kloster Panormitis.

Geschichte

Ihre Blütezeit erlebte Symi mit dem Schiffsbau und Schwammtauchen in der Zeit vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1850 und 1900 wurden die meisten Häuser gebaut und die Insel entwickelte sich zu einer der reichsten pro Kopf in der Ägäis. Damals lebten bis zu 25000 Menschen dort. Auf den Werften entstanden jährlich rund 500 Segelschiffe. Die Boote wurden geschätzt wegen ihrer Schnelligkeit und im Osmanischen Reich für die Postzustellung eingesetzt. Mit der Erfindung des Dampfschiffes Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Niedergang des Schiffbaus.