75. Jahrestag der Befreiung

Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Am 31. Juli 1944 durchbrach die US-Armee den deutschen Verteidigungsring und stieß durch eine 20 Kilometer breite Frontlücke bei Avranches nach Süden in Richtung Loire, nach Westen in die Bretagne und nach Osten in Richtung Seine vor. Am 16. August 1944 stand ein Korps der US-Armee vor Chartres. Nach heftigen Kämpfen um den Flugplatz Chartres-Champhol, der von der deutschen Armee seit Juli 1940 als Militärflugplatz genutzt wurde, konnte er von den alliierten Bodentruppen am 21. August 1944 befreit werden. Nur vier Tage später, am 25. August 1944, erreichten die Alliierten unter dem frenetischen Jubel der Bevölkerung die Hauptstadt Paris.

Chartres gedenkt des 75. Jahrestages der Befreiung vom Zweiten Weltkrieg

In einer Zeremonie am 25. August 2019 würdigten Einheimische, Touristen und Stadtvertreter in Chartres diejenigen, die für die Befreiung der Stadt gekämpft hatten. Die Veranstaltung fand zeitgleich mit der Gedenkfeier in Paris zum 75. Jahrestag der Befreiung der französischen Hauptstadt statt.

Im Anschluss an die Zeremonie rollten Oldtimer und Militärfahrzeuge aus der Zeit des 2. Weltkriegs durch Chartres und parkten vor der Kathedrale, wo in einem Gottesdienst der Gefallenen gedacht wurde.

Die F.F.I, Forces Françaises de l’Intérieur [Französische Streitkräfte im Inneren], waren ab 1944 der institutionelle Rahmen für die Résistance, die französischen Widerstandsgruppen im Zweiten Weltkrieg.

Während des Befreiungs-Feldzuges der Alliierten geschah es immer wieder, dass sich amerikanische Soldaten dafür einsetzten, Städte und Kathedralen vor einer Zerstörung zu schützen.

Die Beschützer der Kathedrale von Chartres

In Chartres verhinderten zwei amerikanische Soldaten die Zerstörung der Kathedrale Notre Dame. Ursprünglich sollte sie bombardiert werden, da man Scharfschützen in den Türmen vermutete. Oberst Welborn Barton Griffith, Jr. (1901-1944) stellte diese Einschätzung in Frage und meldete sich freiwillig, um hinter die feindlichen Linien zu gehen und zu überprüfen, ob die Kathedrale noch von deutschen Soldaten besetzt wurde. Zusammen mit seinem Fahrer begab sich Griffith zur Kathedrale. Sie durchsuchten das Gebäude, kletterten auf die beiden Türme und konnten danach bestätigen, dass die Kathedrale frei von feindlichen Truppen war. Der Befehl zur Zerstörung der Kathedrale wurde zurückgenommen und die Alliierten konnten das Stadtgebiet ohne Gegenwehr einnehmen. Griffith starb in Lèves in der Nähe von Chartres, nur wenige Stunden nachdem er die amerikanische Flagge auf der Spitze des Nordturms der Kathedrale gehisst und die Glocken geläutet hatte. Ihm wurden posthum hohe amerikanische und französische Militärauszeichnungen verliehen (vgl. tshaonline.org).

Die Beschützer der Kathedrale von Dol-de-Bretagne

Die Gedenktafel in der Kathedrale Saint-Samson von Dol-de-Bretagne wurde vor zehn Jahren am 4. August 2009 in Gedenken an drei amerikanische Soldaten der 83. Infantriedivision eingeweiht, deren wagemutige Initiative die Kathedrale und die Stadt vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bewahrte. In der Nacht vom 3. auf den 4. August 1944 nahmen Oberst Robert Foster, Sergeant Kaarel Pusta und Caporal John O’Donnell mit dem Bürgermeister Kontakt auf und trafen sich mit ihm und dem deutschen Offizier, der den Ort befehligte, um über den Abzug seiner Männer zu verhandeln. Durch ihre gemeinsame Entscheidung konnte eine militärische Auseinandersetzung um die Stadt Dol-de-Bretagne verhindert werden.

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