Kapernsalat aus Sifnos

Sifnos ist eine Insel der Westkykladen in der griechischen Ägäis mit einer Gesamtgröße von 74 km² und einer stabilen Bevölkerung von etwa 2.600 Einwohnern seit den 1950er Jahren. Sie gehört zu den grünsten Insel der Kykladen. Ihre vielfältige Landschaft kann in drei Gruppen unterteilt werden: natürliche Gelände, in denen mediterrane Macchien vorherrschen, landwirtschaftliche Flächen, in denen terrassierte Hänge mit Olivenhainen dominieren, sowie bewohnte Gebiete mit malerischen „blau-weißen“ Ortschaften.

In der Antike war die Insel aufgrund ihrer Bodenschätze eine reiche Insel. Heute ist sie vor allem bekannt für ihre traditionelle Töpferei und Küche (mehr dazu unten). Eine Spezialität auf Sifnos ist ein Salat aus Kapern, die dort wild wachsen. Einen Kaparosalat kann man z.B. als Beilage zu Revythokeftedes (Kichererbsen-Krapfen) essen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Orte auf Sifnos sind der Hafenort Kamares (mit Fährverbindungen nach Piräus und zu den Nachbarinseln Serifos, Milos, Kimolos, Folegrandos und Paros), der Hauptverwaltungsort Apollonia, benannt nach dem Gott Apollon, sowie der größte Ort Artemonas, benannt nach der Göttin Artemis, der Zwillingsschwester Apollons. Die Kirche Panagia Kochi (Jungfrau Maria) in Artemonas soll auf den Fundamenten eines Artemistempels errichtet worden sein. Besonders sehenswert sind das venezianische Bergdorf Kastro auf einer hohen Klippe an der Ostküste, das von der Antike bis 1836 Hauptort der Insel war, sowie die Fischerdörfer Cherronisos (Nordwestküste), Vathi (Südwestküste) und Faros (Südostküste) mit ihren malerischen Naturhäfen. Die Orte Kamares und Platis Gialos haben sich mit ihren geschützten Buchten und weiten Sandstränden in den vergangenen Jahren zu Zentren des Massentourismus entwickelt.

Mit 360 Kirchen hat Sifnos mehr als jede andere Insel auf den Kykladen. Eine der beliebtesten Kirchen auf der Insel ist die Kirche der sieben Märtyrer, in der viele Paare heiraten. Besonders sehenswert aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lage sind das Kloster Panagia Chryssopigi am gleichnamigen Kap und die Kirchen auf Berggipfeln: das Kloster Profitis Ilias sowie die Kirchen Agios Andreas, Agios Symeon, Panagia Toso Nero. Die Kirchen in den Bergen sind lohnenswerte Ziele von Wanderungen. Sifnos ist ein Paradies für Wanderer und besitzt ein Netz von gut beschriebenen Wanderwegen.

Kamares

Apollonia

Artemonas

Kastro

Kloster Panagia Chryssopigi

Wanderung von Agios Andreas nach Vathi

Cherronisos

Töpferhandwerk

Die reichen Lehmadern der Insel und das warme sonnige Wetter haben Sifnos zu einer Keramikhauptstadt in der Ägäis gemacht. Das Töpferhandwerk blühte auf im 19. Jahrhundert, als die Tonwaren ins ganze Land exportiert wurden. Typische Produkte sind der Mastelo, eine Kasserole, der Skepastaria, ein Suppentopf, und die Foufoudes, dekoraktive Schornsteine. In Cherronisos und Vathy findet man die ältesten Tontöpfereien auf der Insel.

Küche

Sifnos ist der Geburtsort von Nikolaos Tselementes (1878–1958), einer der einflussreichsten Köche und Kochautoren des modernen Griechenland. Er wuchs in Athen auf, lernte Kochen in Wien, arbeitete in den USA und kehrte 1932 zurück nach Athen, wo er eine Kochschule gründete und 1950 das erste griechische Kochbuch „Greek Cookery“ herausgab (Neuauflage 2008). Jedes Jahr Anfang September findet auf Sifnos das dreitägige kykladische Gastronomiefestival „Nikolaos Tselementes“ statt. Die Inseln der Kykladen entsenden Hobby- und Profiköche, die an ihren Ständen auf dem zentralen Platz in Artemonas Rezepte von ihren Herkunftsinseln zubereiten und zum Kosten anbieten.

Typische traditionelle Gerichte aus Sifnos sind die Revithada, eine Kichererbsensuppe, die in einem speziellen Suppentopf aus Ton, dem Skepastaria, langsam gegart wird, und der Mastelo, ein österliches Lammfleischgericht, das den gleichen Namen hat wie der Tontopf, in dem es zubereitet wird. Melopita (Honigkuchen) und Amigdalota (gebackene Makronen) sind traditionelle Nachspeisen.

Geschichte

Der Name „Sifnos“ für die Insel stammt von Sifnus, dem Sohn des attischen Helden Sounius, oder, nach einer anderen Version, von dem Beinamen „sifnos“, der Leere oder Hohlraum bedeutet und auf das Vorhandensein von Stollen hinweist, die das Ergebnis intensiver Bergbautätigkeit sind. Die Bodenschätze Gold, Silber und Blei machten Sifnos in der Antike zu einer der reichsten Inseln der Kykladen. Überreste antiker Minen sind noch in der Umgebung der Kirche Agios Sostis zu sehen. Zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. war Sifnos so reich, dass sie zu den ersten griechischen Inseln zählte, die 600 v. Chr. eigene Münzen prägte, und im Heiligtum von Delphi 525 v. Chr. ein eigenes Schatzhaus errichten konnte. Laut Pausanias (115-180), einem griechischen Reiseschriftsteller, wurden die Minen in der Antike durch Überschwemmungen zerstört. Man nimmt heute an, dass sie vom Meer überflutet wurden, da sie wahrscheinlich bis unter den Meeresspiegel gegraben worden waren. Damit endete die Bergbautätigkeit auf Sifnos und die Insel verlor danach rasch an wirtschaftlicher Bedeutung.